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Erfolgreiche Auftaktveranstaltung zum Projekt "Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger"

40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trafen sich in Paderborn

 Start des Forschungsprojektes in Paderborn Start des Forschungsprojektes in Paderborn© pdp Vor einem Jahr beauftragte Generalvikar AlfonsHardt die Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte des Erzbistums Paderborn mit der Erforschung des Nachlasses des früheren Paderborner Erzbischofs Lorenz Jaeger, der seit einiger Zeit erschlossen ist und für Forschungszwecke im Archiv des Erzbistums zur Verfügung steht. Der Bestand beläuft sich auf ca. 70 Regalmeter Akten. Es handelt sich bei dem Projekt, zu dem die Initiative von der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte ausgeht, um eine Ergänzung und Erweiterung des Forschungsauftrages, den Erzbischof Becker der Theologischen Fakultät in Paderborn zur Rolle Jaegers in der Zeit des Nationalsozialismus erteilt hat. Ziel der Kommission ist es, ein möglichst vielschichtiges Bild des ehemaligen Paderborner Oberhirten zu entwickeln. Was für ein Mensch war Erzbischof Jaeger? Was hat ihn geprägt? Was hat er angestoßen, verhindert, vorangetrieben? Was waren seine Ziele als Erzbischof und welche Handlungsspielräume hatte er für deren Umsetzung? Wo machte er Kompromisse? Mit welchen Personen arbeitete er wie zusammen? Wie war er privat?

Über die Beschäftigung mit Jaeger rückt auch die allgemeine Zeitgeschichte in den Blick: Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik und das Drittes Reich bis in das geteilte Deutschland, die Erfahrungen zweier Weltkriege eingeschlossen. Kirchenhistorisch spannt sich der Bogen von der Antimodernismuszeit eines Pius X. über das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bis zur Würzburger Synode in den 70ern. Das Forschungsprojekt wird Jaeger auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene begegnen und möchte dieser Komplexität gerecht werden. „Am Ende des Projekts hoffen wir, eine wissenschaftlich kompetente, interdisziplinäre und dem öffentlichen Interesse Rechnung tragende Aufarbeitung des Lebens und Wirkens Kardinal Jaegers bieten zu können“, so Prof. Nicole Priesching, Kommissionsvorsitzende und Projektleiterin.

In den letzten Wochen und Monaten konnten über 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, vorwiegend natürlich Historiker/innen und Kirchenhistoriker/innen, für die Mitarbeit an dem auf sechs Jahre angelegten Forschungsvorhaben gewonnen werden.

Die meisten Mitglieder dieses Arbeitskreises waren bereits zur Eröffnungstagung nach Paderborn gekommen. Auf dem Programm standen ein Stadtrundgang auf den Spuren Jaegers, bei dem die ganze Gruppe spontan von Erzbischof Hans-Josef Becker im Bischofshaus begrüßt wurde, ein Zeitzeugeninterview mit Pfarrer i.R. Werner König und Prälat Theodor Ahrens, eine Einführung in den Jaeger-Nachlass im Erzbischöflichen Archiv durch Dr. Arnold Otto mit der Möglichkeit, erste Bestände zu sichten, ferner erste Diskussionen in den Arbeitsgruppen (nach Fachtagung eingeteilt) und eine öffentliche Filmvorführung über Lorenz Kardinal Jaeger mit archivalischen Filmaufnahmen.


In fünf weiteren Tagungen, die im Jahresabstand ab 2018 in der Katholischen Akademie Schwerte stattfinden werden, soll Lorenz Jaeger als Theologe (2018), Ökumeniker (2019), Kirchenpolitiker (2020), Seelsorger (2021) und als Person (2022) in den Mittelpunkt des zeitgeschichtlichen Interesses gestellt werden. Dazu wird es in jeder Tagung bis zu 12 Beiträge zu dem jeweiligen Schwerpunktthema geben, die anschließend jeweils in einem Tagungsband dokumentiert und veröffentlicht werden.

In einem KNA-Interview äußert sich die Kommissionsvorsitzende und Projektleiterin auf der Internetseite katholisch.de. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt werden regelmäßig auf dieser Seite veröffentlicht. (pdp)

Bildimpressionen von der Eröffnungstagung im Immaculata-Haus in Paderborn:

Generalvikar Hardt (l.) begrüßt die Tagungsteilnehmer © Gisela Fleckenstein

Jaeger-Projekt Tagung 2017 (1) © Gisela Fleckenstein

Begrüßung der Teilnehmer/innen
durch Generalvikar Alfons Hardt

 
Zeitzeugeninterview mit Pfarrer i.R. Werner König (l.), Prälat Theo Ahrens und Tagungsleiterin Prof. Nicole Priesching © Gisela Fleckenstein Projektleiterin Prof. Dr. Nicole Priesching und Archivleiter Dr. Arnold Otto © pdp

Zeitzeugeninterview mit Pfarrer i.R.
Werner König (l.),
Prälat Theo Ahrens
und Tagungsleiterin Nicole Priesching

Projektleiterin Prof. Dr. Nicole
Priesching und Archivleiter
Dr. Arnold Otto

Besuch der Tagungsteilnehmer bei Erzbischof Becker © Gisela Fleckenstein Gespräche am Rande der Tagung © Gisela Fleckenstein

Besuch der Tagungsteilnehmer
bei Erzbischof Becker

Gespräche am Rande der
Tagung
Jaeger-Projekt Tagung 2017 (6) © Gisela Fleckenstein

Erste Sichtung des Aktenbestandes © Gisela Fleckenstein

Akten aus 70 Regalmetern
des Jaeger-Nachlasses
im Erzbistumsarchiv

Erste Sichtung des
Aktenbestandes

Bischofsgruft in der Krypta des Paderborner Doms © Gisela Fleckenstein

Grabstätte Lorenz Kardinal
Jaegers in der Krypta des
Paderborner Domes
(Gruft der Paderborner
Erzbischöfe)