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Lorenz Jaeger - Erzbischof in der Zeit des Nationalsozialismus

Theologische Fakultät Paderborn legt Studie vor

(c) Verlag Aschendorff

12.08.2020

Im Jahre 2015 hatte Erzbischof Hans-Josef Becker eine Studie zur Einstellung und Haltung des früheren Paderborner Erzbischofs und Kardinals Lorenz Jaeger zum Nationalsozialismus bei der Theologischen Fakultät in Paderborn in Auftrag gegeben. Prof Meyer zu Schlochtern konnte jetzt dem Erzbischof und der Öffentlichkeit das Ergebnis präsentieren. Anlass zu dem Forschungsauftrag war die Diskussion um die Paderborner Ehrenbürgerschaft Jaegers.

Schon mehrfach ist die Rolle des 1941 geweihten Erzbischofs im Nationalsozialismus heftig diskutiert worden. Seine Kritiker sehen in Lorenz Jaeger, der das Erzbistum bis 1973 leitete u.a. einen von nationalsozialistischem Denken beeinflussten Verteidiger des Angriffskrieges gegen Russland. Einen letzten Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung um seine Person, als 2015 die Demokratische Initiative Paderborn (DIP) im Paderborner Stadtrat beantragte, Jaeger aus der Liste der Ehrenbürger zu streichen, was allerdings mehrheitlich abgelehnt wurde.

Erzbischof Becker beauftragte daraufhin die Theologische Fakultät, eine Studie zu erarbeiten. Prof. Dr. Meyer zu Schlochtern übernahm federführend die Koordination, unterstützt von Johannes Vutz. Das Ergebnis liegt jetzt auf rund 450 Seiten vor. Mehrere Historiker und Theologen beleuchten Jaegers Biografie und seine Amtszeit während und unmittelbar nach dem Krieg aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Unterschied zu früheren Untersuchungen stand den Wissenschaftlern jetzt auch der vollkommen erschlossene Nachlass des Kardinals zur Verfügung. Beteiligt sind an dem Werk u.a. die beiden Paderborner Historiker Prof. Dr. Dietmar Klenke und Prof. Dr. Rainer Pöppinghege sowie Prof. Dr. Joachim Kuropka aus Vechta.

Josef Meyer zu Schlochtern/Johannes W. Vutz (Hg.): Lorenz Jaeger – Ein Erzbischof in der Zeit des Nationalsozialismus, Münster 2020 (Aschendorff-Verlag)

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