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Online-Verzeichnis der privaten Konzilsväter-Archiven

Bericht von kathweb am 3.10.2012

Ziel sei eine Förderung der quellenbasierten und wissenschaftlich gültigen Forschung, um das Konzil besser verstehen zu können, so Ardura. Fernab "jeglicher ideologischer Inspiration" wolle man das große Ereignis der Bischofsversammlung geschichtlich aufarbeiten. Die privaten Archive der Konzilsväter sollen identifiziert, inventarisiert und ausgewertet werden. Nach Worten des Ordensmanns sind diese nicht offiziellen Dokumente von "großem Interesse", um das Konzil sorgfältig zu rekonstruieren.

Das Verzeichnis der Archive soll im Anschluss an den Kongress auf die Internetseite des päpstlichen Komitees gestellt und allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Eine weitere Konferenz zu dem Thema ist für 2015 geplant.

Originaldokumente der Konzilsväter und -berater sind indessen bereits jetzt in München und Wien zu besichtigen. In der ehemaligen Karmeliterkirche in München, Karmeliterstraße 1, wird am 9. Oktober eine Konzilsdokumente-Ausstellung eröffnet. In Wien wird am 11. Oktober ein Tag der offenen Tür im Kardinal-König-Archiv in der Wollzeile 2 abgehalten, wo Originaltexte von Eingaben des Kardinals während des Konzils und andere Gegenstände aus dem Konzils-Nachlass Franz Königs ausgestellt werden.

In der Münchner Ausstellung wird u.a. der Brief gezeigt, mit dem Papst Paul VI. Kardinal Julius Döpfner zum Konzilsmoderator ernannte. Zu sehen ist ferner ein Briefwechsel, in dem sich Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., und Karl Rahner SJ über die Texte des Konzils austauschen, sowie das erste Konzilstagebuch von Kardinal Döpfner.

Die bis 9. Dezember geöffnete Ausstellung "Erneuerung in Christus - Das Zweite Vatikanische Konzil im Spiegel Münchner Kirchenarchive" ist deutschlandweit die erste, die sich anhand von Archivalien mit dem Konzil beschäftigt. Zusätzlich bietet die Ausstellung großformatige Fotos des Konzils sowie Filme von Zeitzeugengesprächen.

Für die Ausstellung arbeiteten das Erzbischöfliche Archiv München, das Archiv der Deutschen Provinz der Jesuiten und das Karl-Rahner-Archiv zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Konzilspäpste Johannes XXIII. und Paul VI., die Kardinäle Julius Döpfner und Augustin Bea SJ sowie die Konzilstheologen Karl Rahner SJ und Joseph Ratzinger.

Die Wiener Ausstellung von Gegenständen aus dem Nachlass von Kardinal Franz König (1905-2004) am Donnerstag, 11. Oktober, 11 bis 15 Uhr, soll - wie die Leiterin des Archivs und langjährige Sekretärin Königs, Annemarie Fenzl, im Gespräch mit "Kathpress" betonte - die Rolle des damaligen Wiener Erzbischofs während des kirchlichen Großereignisses beleuchten. Kardinal König war einer der insgesamt 17 österreichischen Vertreter beim II. Vaticanum. Er gilt als wichtiger Konzilsvater, der zentrale Dokumente wie etwa jenes über den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen entscheidend geprägt hat. Sein Konzils-Nachlass umfasst 37 Archiveinheiten, die derzeit aufgearbeitet werden.

Das "Kardinal König Archiv" wurde im Juni 2010 eröffnet. Es umfasst neben der Bibliothek des Kardinals rund 2.000 Archivschachteln der Jahre zwischen 1958 und dem Tod Kardinal Königs 2004 mit persönlichen Dokumenten, Fotos, Briefen aber auch zahlreichen Gegenständen. Derzeit läuft die Katalogisierung, Verschlagwortung und teilweise Digitalisierung der Bestände. Zugänglich ist es im Rahmen von Forschungsarbeiten, aber auch als Ort der Begegnung und des Gesprächs für kirchliche Gruppen.

Weitere Meldungen und Informationen rund um das Konzilsjubiläum unter www.kathpress.at/konzil.